Heiligkreuz-Kapelle Drucken E-Mail
Artikelinhalt
Heiligkreuz-Kapelle
Einsegnung
Votivtafeln
Emmetter Totentanz
Frauen im Spiegel der Totentänze
Mittelalterlicher Totentanz
Sagen um die Kapelle
Text und Bilder aus: Todesreigen-Totentanz vom Raeber Verlag Luzern

Mittelalterliche Totentänze

Sterben, Tod und Vergänglichkeit sind Begriffe, die heute eher verdrängt und gemieden werden. In der Barockzeit legten Kirche und Obrigkeit Wert darauf, den Gedanken an Begrenztheit, Tod und Vergänglichkeit immer wieder in Erinnerung zu rufen. Eindrückliche Bilder führten den Menschen diese Tatsachen beim Gang über den Friedhof und im Beinhaus immer wieder vor Augen. Die höhere Sterblichkeit durch Krankheit, Unfall und Seuchen trug ebenfalls dazu bei. Der barocke Mensch hatte den Gegensatz zwischen dem aktiven Leben, zwischen Schönheit, Kraft und Macht und der Aussicht auf Tod und Sterben ständig auszuhalten. Der bildliche Totentanz erlebte im 15. und frühen 16. Jahrhundert die grösste Verbreitung, die höchste Wertschätzung und die qualitätsvollste künstlerische Gestaltung.
 
Das Motiv war besonders an Friedhofsmauern, an Wänden von Beinhäusern und Kirchen sehr beliebt. Auffallend ist der betonte Öffentlichkeitscharakter fast aller Totentänze, so wie im Mittelalter das Sterben und der Tod keine Angelegenheiten privater Natur waren. Neben der bildlichen Darstellung gab es auch die literarische Form des Totentanzes. Man versteht darunter Totentanz-Texte, meistens in Versform, die sich in mittelalterlichen Handschriften und frühen Druckwerken (meistens ohne Bilder) erhalten haben. Sie mögen inspirierend für szenische Aufführungen oder für die darstellende Kunst gewirkt haben.